Microsoft HoloLens 2

 
Im Rahmen des Mobile World Congress 2019 in Barcelona hat Microsoft am 24. Februar die zweite Generation der HoloLens vorgestellt. Hololens-Projektleiter Alex Kipman präsentiert dabei ein runderneuertes Gerät mit vergrößertem Sichtbereich, wesentlich erhöhtem Tragekomfort sowie integriertem Augen-, Hand- und Fingertracking.
 
Verdoppelung des Sichtfelds
 
Eine oft diskutierter Kritikpunkt der Generation 1 war das begrenzte Sichtfeld. Größere Hologramme oder Informationen wurden dadurch teilweise abgeschnitten und die Immersion dadurch etwas gedämpft. Mit der Version 2 wurde das Sichtfeld nun verdoppelt, was eine wesentliche Verbesserung darstellt und für die meisten Industrie-Anwendungen absolut ausreichend sein sollte. Die verbesserten 2K-Displays unterstützen weiterhin eine Auflösung von 47 Pixel pro Grad. Bei der Display-Technologie handelt es sich laut Microsoft um ein sog. MEMS-Display also ein mikroelektromechanisches System.
 
Augen-, Hand- und Fingertracking
 
Das integrierte Hand- und Fingertracking ermöglicht es Hologramme direkt anzufassen, zu verschieben oder mit diesen zu interagieren. In der Version 1 standen hierzu ausschließlich wenige vordefinierten Gesten zur Verfügung. Das Hand- und Fingertracking ermöglicht nun eine Interaktion mit natürlichen Handbewegungen, was eine wesentliche Erleichterung der Steuerung der Anwendung bewirkt. In der Keynote wurde zum Beispiel das Spielen auf einer virtuellen Klaviertastatur gezeigt.
 
Neben Händen und Fingern trackt die HoloLens 2 auch die Augen des Nutzers in Echtzeit. Somit ist die Blickrichtung des Nutzers stets bekannt. Dokumente lassen sich so z.B. automatisch nach unten scrollen, wenn der Blick des Nutzers am Ende der Seite angekommen ist. Ebenso könnten detaillierte Informationen automatisch in der entsprechenden Blickrichtung bzw. Sichtbereich eingeblendet werden. Sämtliche Informationen können somit dem Blick des Benutzers entweder automatisch folgen oder fest im Raum positioniert werden. Im Bereich UI- und Prozessoptimierung kann die Auswertung der Blickrichtung zudem weitere wertvolle Hinweise liefern. Die Möglichkeit der biometrischen Authentifizierung per Iris-Scan des Nutzers erleichtert den Login-Prozess zudem erheblich.
 
Dreifach besserer Tragekomfort
 
Laut Microsoft wurde der Tragekomfort verdreifacht. Ein wesentlicher Aspekt dürfte das überarbeitet Kopfband sein, welches sich an den Windows-VR-Brillen orientiert und laut Kipman für eine lange Tragezeit optimiert wurde. Ebenso ist die Recheneinheit jetzt am hinteren Kopfteil verbaut, was eine bessere Gewichtsverteilung der Brille auf dem Kopf bewirken soll. Mit einem Gewicht von 566 Gramm ist die HoloLens 2 zudem etwas leichter als die Version 1. Natürlich ist die HoloLens auch weiterhin problemlos für Brillenträger nutzbar. Zusätzlich lässt sich nun auch das Visier wie bei den Windows-VR-Brillen bequem nach oben klappen. Die Akkulaufzeit bleibt mit 2-3 Stunden identisch dem Vorgängermodell. Die Laufzeit war aber bereits bei der Version 1 für die heutigen Einsatz-Szenarien absolut ausreichend.
 
Konnektivität und Mehrwertdienste
 
Drahtlose Schnittstellen stehen in Form von Wifi (802.11ac 2×2) und Bluetooth 5.0 zur Verfügung. Ebenso verfügt die HoloLens 2 über einen USB-C Anschluss. Parallel zur Geräte-Entwicklung startet Microsoft mit Verfügbarkeit der HoloLens 2 auch weitere Mehrwertdienste über die Azure-Cloud. So stehen neben Azure IoT die Dienste Azure Cognitive Services Face und Speech für die Gesichtserkennung und Sprachsteuerung sowie Azure Remote Rendering für das automatisierte Rendering von 3D Daten in der Cloud zur Verfügung. Über Azure Spatial Anchors können fixe Positions- und Raumdaten gespeichert und so geräteübergreifend über HoloLens, iOS und Android Geräte genutzt werden.
 
Preis und Verfügbarkeit
 
Die HoloLens 2 kann ab sofort für 3.500 € vorbestellt werden. Ein genauer Auslieferungszeitpunkt wurde noch nicht kommuniziert. So wie die Vorgängerbrille richtet sich Hololens 2 ausschließlich an Geschäftskunden.
 
 
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